The Bride (Nevesta)

The Bride (Nevesta)

Ein Horrorfilm aus Russland? Das ist vielleicht mal was ganz anderes, dachte ich zumindest. Bei der Besichtigung ist dann aber festzustellen, dass der Film fast schon amerikanisch wirkt und im Fahrwasser populärer Geisterfilme wie The Conjuring segelt. Aber das muss ja auch noch nichts Schlechtes sein.

Der Film beginnt mit einer Rückblende ins 19. Jahrhundert. Damals war es weit verbreitete Praxis, Verstorbene noch einmal herzurichten und zu fotografieren. Etwas, das wir auch schon aus The Others kennen. Richtig spooky wird es dadurch, dass man den toten Augen auf die geschlossenen Lider malte. Die Eröffnung des Films ist dann auch eines der schönsten Set Pieces des ganzen Films.

Weiter geht es in der Gegenwart. Wir lernen die junge Nastya und ihren Freund Ivan kennen. Die Beiden heiraten und kurz darauf heißt es dann „Meet the Family“ und die beiden machen sich auf ins russische Outback, um Ivans Familie zu besuchen. Ziemlich schnell wird klar, hier stimmt etwas ganz und gar nicht…

Die Ausgangssituation lässt an Get Out denken, aber viel mehr als den Besuch bei der Familie und dem schnell einsetzenden Gefühl, dass etwas im Argen liegt, haben die Filme dann doch nicht gemein.

Auf der gestalterischen Ebene ist der Film durchaus gelungen. Die Kameraarbeit und Lichtsetzung von Ivan Burlakov schafft eine tolle und unheimliche Atmosphäre. Die Ausstattung und das Set Design können sich auch sehen lassen und stehen vergleichbaren amerikanischen Produktionen in nichts nach. In der Besetzung sticht vor allem die Protagonistin Nastya, gespielt von Victoria Agalakova positiv hervor. Regisseur Svyatoslav Podgayevskiy baut die Spannung langsam auf. Am Anfang wirkt die Inszenierung noch etwas behäbig, steigert sich dann aber fulminant im Finale.

Ein guter Film also? Leider nein, bestenfalls mittelprächtig. Der Anfang mit der toten Braut und den aufgemalten Augen ist ungeheuer creepy. Davon hätte ich mir mehr gewünscht. In der Gegenwart ist die Geschichte dann oft sprunghaft und manche Handlungsstränge laufen einfach ins Leere oder machen keinen Sinn.

Logische Fehler wird man wahrscheinlich in fast jedem Horrorfilm finden. Wenn der Film jedoch mitreißend inszeniert ist, sieht man darüber hinweg oder die Logiklöcher fallen einem vor lauter Spannung gar nicht auf. Leider ist das bei The Bride nicht so. In dem Film klaffen so große Logiklöcher, dass man die Titanic darin verstecken könnte. Das führt beinah zwangsläufig dazu, dass man aus dem Film fällt und sich zwischendrin immer wieder fragt. „Wieso das jetzt?“ oder „Warum verhält sie sich so?“

So ist The Bride formal zwar durchaus gelungen und bietet zuweilen netten, wenn auch seichten Grusel, aber die vielen logischen Fehler in der Handlung schaffen Distanz und zuweilen ärgerte ich mich sogar über so manche, mir präsentierte, Dummheit. Schade eigentlich. Der Anfang war gut und man hätte wesentlich mehr aus der Geschichte herausholen können.

Als Extras gibt es ein kurzes Feature zum Film und den Trailer.

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