House of Horrors – Home of Horrors

House of Horrors – Home of Horrors

Mit dem House of Horrors endete gestern der herbstliche Reigen der Horror Conventions. Die Oberhausener Turbinenhalle hat schon einige Veranstaltungen dieser Art gesehen, egal ob das Kind nun Weekend of Horors, Weekend of Hell oder wie jetzt aktuell House of Horrors heißt – jedes Mal erwies sich die Location als der wohl atmosphärisch beste Ort für das (kunst)blutige Event.

Der traditionsreiche Ort stimmt mich aber auch ein wenig nostalgisch und lässt mich an die alten Zeiten denken, in denen es in Deutschland nur eine Horror Con gab. Eine Veranstaltung, auf die man sich als Horrorfan das ganze Jahr freute und auf der man dann alle Brüder und Schwestern im Geiste traf, um die Horror Party des Jahres zu feiern. Inzwischen gibt es drei Horror Cons, die alle Schlag auf Schlag aufeinander folgten. Dabei ging dann das Besondere und Einzigartige verloren. Die Fans verteilen sich und ihr Budget jetzt über drei Veranstaltungen und unter alle Freude über ein schönes und ereignisreiches Wochenende, mischt sich bei mir auch etwas Katerstimmung.

Die Tatsache, dass das HoH nun gegen zwei andere Horror Cons anstinken muss, erst ein Wochenende zuvor gab es das (sich als das Original bezeichnende) Weekend of Hell in Dortmund, machte sich auch an den Besucherzahlen bemerkbar. Freitag blieb die Veranstaltung eher übersichtlich und auch der Sonntag war etwas mau. Einzig der Samstag war recht gut besucht.

Werbetechnisch sind natürlich die anwesenden Stars das wichtigste Argument für eine Horror Con. Ich habe bisher noch keine Convention erlebt, bei der dann tatsächlich alle ursprünglich mal angekündigten Stars auch zugegen waren. Es kann immer was dazwischen kommen. Ein Star kann krank werden; ein Filmdreh kommt in die Querre; man kann sich nicht über Details, wie den zu buchenden Flug, einigen; Stars tauchen plötzlich auf der Konkurrenzveranstaltung auf. Mit all diesen Problemen hatte auch das House of Horrors zu kämpfen und schaffte es dennoch insgesamt 21 Stargäste an den Start zu bringen.

Ganz besonders habe ich mich über Tom Savini gefreut. Der Mann ist einfach eine Legende und seit ich das erste Mal mit Dermawax hantierte und Filmblut verspritzte, ist er einer meiner persönlichen Helden und hat seinen Platz in meinem Buch der coolen Leute. Ihm zu begegnen war schon was ganz Besonderes.

Tom Savini & Gaylen Ross (Dawn of the Dead)

Aus vielen modernen Klassikern des US Horrorkinos seit den späten 70er Jahren fanden sich Stars zu unterhaltsamen Panels ein und es hagelte spannende wie auch witzige Anekdoten.

Halloween Panel mit Kristina Klebe & Tony Moran

Als ausgesprochen lustig erwiesen sich die Mad Max Panels mit Kjell Nielsson und Vernon Wells und bildeten ein Highlight, das ich vorher so gar nicht auf dem Schirm hatte.

Mad Max Panels mit Kjell Nielsson und Vernon Wells

Ich freue mich immer sehr, wenn auf einer Con auch Gäste aus dem großen italienischen Horrorkino am Start sind, was leider viel zu selten der Fall ist. Dieses Wochenende konnte man Ruggero Deodato in Oberhausen treffen Neben ihm nahm auch Francesca Ciardi, Darstellerin in Deodatos Cannibal Holocaust am Panel teil und legte auch gleich einen Auftritt als Drama Queen aufs Sofa.

Ruggero Deodato & Francesca Ciardi

Ein besonderer Höhepunkt am Sonntag war dann noch das locker flockige Gespräch zwischen Jonathan Breck (Jeepers Creepers), Courtney Gains (Kinder des Zorns) und Jsu Garcia & Rodney Eastman aus Nightmare on Elm Street.

Jonathan Breck (Jeepers Creepers), Courtney Gains (Kinder des Zorns)

Jsu Garcia & Rodney Eastman aus Nightmare on Elm Street.

Wie immer waren auch die Fans selbst ein Highlight der Convention. Ich führte viele interessante Gespräche in einer sehr entspannten und stressfreien Atmosphäre. Viele Cosplayer in tollen Kostümen bereicherten die Veranstaltung mit ihren Walk-Acts.

Am Sonntag gab es dann auch einen Cosplay Contest, aus dem die Raptor Bot Mädels als Sieger hervorgingen.

Natürlich gab es auch reichlich Gelegenheit, sich mit Collectibles einzudecken. Großartig wie immer waren die Arbeiten von Abandoned House Collectibles. Auch der 18er Bereich erstrahlte in (fast) gewohnter Größe.

Fazit:

Alles in allem eine tolle Convention mit gutgelaunten Stars, einer klasse Atmo, vielen anregenden Gesprächen mit Freunden und Bekannten, sowie spannenden neuen Begegnungen. Das House of Horrors hätte durchaus mehr Besucher verdient, aber hier forderte der Con-War leider seinen Tribut. Die Fans hatten trotzdem ihren Spaß und sagten sich Size doesn’t matter.

Steve Dash (Freitag der 13. Teil 2)

Freitag der 13 Panel mit Adrienne King & Larry Zerner

Weitere Fotos findet ihr im Facebook Album

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