Fear Con – ein gelungener Auftakt

Fear Con – ein gelungener Auftakt

Kurz vor Halloween eröffnete die Fear Con den Reigen der Horror Conventions. Schauplatz des Events war das Maritim Hotel in Bonn. Für mich war dies die erste Hotel Convention und somit zunächst mal ein wenig gewöhnungsbedürftig, was die mangelnde Atmosphäre betrifft. Andererseits weiß ich aber auch saubere Toiletten und eine professionelle Bühnentechnik zu schätzen. Kulinarisch war ich bei Cons bisher auch immer eher im Currywurst-Pommes Modus unterwegs, also auch das eine Umstellung, auch für die Brieftasche.

Das Maritim Hotel hat schon etliche Conventions gesehen und der Veranstalter gastiert hier schon lange Zeit. Kein Wunder also, dass die Organisation der Con einer gut geölten Maschine glich. Beim Einlass gab es dann auch gleich ein nettes Goody-Bag mit Programmheft und einigen Blue-Rays als kleines Willkommensgeschenk. Ein großes Kompliment muss ich an dieser Stelle auch den vielen Helfern machen, die allesamt gutgelaunt, hilfsbereit und sehr freundlich waren. Da habe ich auf Conventions auch schon ganz Anderes erlebt.

Die Besucherzahlen blieben wohl etwas hinter den Erwartungen zurück. Da hatten sich der Veranstalter und auch die vertretenen Händler sicherlich mehr gewünscht. Für das Publikum bedeutete das freilich, dass man stets einen guten Platz bei den Star Talks bekam und das Schlangestehen für Autogramme und Photoshoots sich nicht zu sehr in die Länge zog.

Das Line-Up der Stars war auf 15 Gäste geschrumpft. Einerseits war dies eine Konsequenz aus den geringeren Vorverkaufseinnahmen und Absagen. So kamen beispielsweise Sarah Butler Dreharbeiten in die Quere. Aber gut, das passiert bei jeder Convention. Das Programm war dennoch recht üppig und oft liefen bis zu vier Programmpunkte – Panels, Vorträge und Workshops parallel ab. Alles zu sehen, war deshalb nicht möglich. (Ich kann deshalb auch nur auf das eingehen, was ich erlebt und gesehen habe.)

Clare Kramer & Joseph Morgan

Inhaltlich hatte ich nicht immer das Gefühl auf einer Horror Convention zu sein. Zuweiln war es dann bestenfalls Horror Light. Ausgewiesener Headliner unter den Stargästen war Joseph Morgan. Hier kostet ein Autogramm 90 Euro und die Fotosession satte 95 Euro (!) Offengestanden kannte ich ihn gar nicht und musste ihn erst mal googeln. Der britische Schauspieler spielt die Hauptrolle in The Originals, einem Ableger der TV-Serie Vampire Diaries. Das Panel mit ihm war sehr gut besucht. Weibliche Teenager in der Überzahl und viele Fragen, die sich vor allem um das Liebesglück seiner Serienfigur Klaus rankten.

Clare Kramer mit Camden Toy

Die Moderation im großen Hauptsaal lag in den Händen von Clare Kramer, bekannt aus Buffy – Im Bann der Dämonen. Clare meisterte diese Aufgabe mit Charme und Bravour. Auch technisch war die Präsentation der Panels absolut perfekt mit Beamer Unterstützung und mehreren Kameras.

Viele der Gäste sind aus diversen Serienformaten bekannt. So waren diese Serien, ob nun Buffy, Charmed oder The Originals dann auch das Hauptthema in den Panels. Um Horror ging es dabei oft nur am Rande. Margot Kidder beantwortete dann auch vornehmlich Fragen zu Superman. Black Christmas oder Sisters spielten keine Rolle.

Meine persönlichen Highlights bei den Panels waren Oded Fehr (einfach sehr sympathisch in seiner Offenheit) und Patricia Quinn. Auch 40 Jahre nach der Rocky Horror Picture Show immer noch eine Naturgewalt.

Anders als bei anderen Coventions gab es feste Programmblocks für Autogramme. Die Stars waren also nicht  jederzeit zugegen und ansprechbar. Aber von Ari Lehman bis Tony Todd mischten sich viele der Stars auch gerne mal unters Publikum.

Ari Lehman am Stand von Ultra Trash

Besonders gefreut hatte ich mich auf die Vorträge. Etwas ungünstig war, dass einige davon zeitgleich stattfanden. Zwei Vorträge, die ich besuchen wollte, fielen leider aus. Ein Dozent war erst gar nicht erschienen und hatte sich auch nicht bei den Veranstaltern gemeldet. Auch der Vortrag über Dario Argento fiel ins Wasser, weil sich der Redner krank gemeldet hatte. Die Vorträge, die ich hörte, waren von unterschiedlicher Qualität, Das Spektrum reichte von sehr akademisch bis schlecht strukturiert aber unterhaltsam, wenn man die eigenen Erwartungen herunter schraubte. Ein Highlight gab es dann aber doch und das war der Vortrag Global Giallo – Der italienische Thriller und seine Nachwirkung im Weltkino von Prof. Dr. Marcus Stiglegger. Großartig!

Der Händlerbereich war recht überschaubar und zum Teil auch nicht sehr Horror-spezifisch. Auch vermisste ich einen 18er Bereich. Die Jagd nach Uncut DVDs gehört für mich eigentlich auch immer zum Vergnügen einer Horror Convention.

Schön war auch das Treffen mit den üblichen Verdächtigen. So z. B. Ultra Trash. Für mich ist es mittlerweile Tradition, bei jeder Horror Con eines ihrer coolen Grindhouse T-Shirts zu kaufen. S.P.A.C.E hatte einen großen Stand mit Collectibles in allen Maßstäben und auch die Figurenwerkstatt Ruland war am Start.

Ein besonderes Highlight waren (wie überall, wo sie auftauchen) die FrightGuys. An ihrem großen Photopoint war immer was los und auch das Interesse der Stargäste und Medien war groß.

Insgesamt bot die Fear Con ein sehr vielfältiges Angebot in dem für jeden Besucher etwas dabei war. Sehr unterhaltsam auch für Nicht-Zombies war beispielsweise die Special-Make-Up Präsentation von Manuel D’Andrea auf der Hauptbühne.

Ein weiterer schöner Einfall war das Horrorlabyrinth als begehbare Geisterbahn. Abgerundet wurden die Tage dann durch Musik. Am Freitag stand Ari Lehmans Band First Jason auf dem Programm und am Samstag konnte die Musical Horror Night das Publikum begeistern.

Alles in allem war die Fear Con ein sehr gelungenes und familientaugliches Event. Gorehounds kamen vielleicht nicht ganz so auf ihre Kosten.

Zum Schluss noch ein paar Con Impressionen…

Weitere Fotos im Facebook Album.

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