Das House of Horrors blickt weiter nach vorn

Das House of Horrors blickt weiter nach vorn

Das Wochenende war der pure Horror, aber das natürlich im positiven Sinne, denn wieder einmal öffneten sich die Tore zum House of Horrors in der Turbinenhalle Oberhausen. Dies war die bereits sechste Horror Convention an diesem Veranstaltungsort. Turbinenhalle plus Horror Con das passt – wie die Olive zum Martini – einfach gut zusammen.

Wenn man viele Horror Cons besucht, wird manches natürlich zur Routine. Wenn ich dann darüber schreibe, muss ich schon darauf achten mich nicht zu wiederholen. Panels mit den Stargästen, Autogrammstunden, Photoshoots, Händlerbereich, die Jagd nach Collectibles und Mediabooks, das Treffen mit den üblichen Verdächtigen aus der Szene – klar das wiederholt sich und auch manche Stargäste sieht man nicht zum ersten Mal. Und dennoch war dieses Wochenende für mich wieder einmal außergewöhnlich.

Großen Anteil daran hatte der Dead Ends Award, der erstmalig im House of Horrors verliehen wurde. So präsentierte sich die deutsche Independent-Szene in all ihrer Vielfalt und machte deutlich, es gibt ein deutsches Kino jenseits von nur bedingt lustigen wir-tuen-keinem-weh- Komödien vom Reißbrett. Freilich finden deutsche Independent Filme nicht viel Aufmerksamkeit. Der Dead Ends Award ist einer von vielen Schritten für diese Filme Öffentlichkeit herzustellen. Ich selbst war Teil der Jury und hatte so schon vorab die Gelegenheit, die Wettbewerbsbeiträge zu sehen. Zu den teilnehmenden Filmen folgt in Kürze noch ein eigener Artikel. Viele der Filmemacher waren auch anwesend und so gehörten die Gespräche mit ihnen zu meinen persönlichen Highlights und es war ausgesprochen spannend etwas über die Hintergründe der Produktionen zu erfahren.

Die technische Durchführung litt indes an ein paar Schwächen, so war die Lautstärke und auch die Tonqualität bei einigen Aufführungen leider sehr schlecht was sehr ärgerlich war und es dauerte einige Zeit, bis die Haustechnik das wieder im Griff hatte. Das sollte man in Zukunft besser vorbereiten, denn eine schlechte Technik wird auch schnell als Ignoranz gegenüber den Künstlern gedeutet.

Den Ablauf selbst hätte ich mir etwas festlicher vorstellen können, denn wir wollen diese Filme ja feiern, Aber Dead Ends Mastermind Mike Blankenburg versprach schon: „Beim nächsten Mal gibt es Sekt.“ Wir nehmen ihn beim Wort.

Der Jury Preis ging an Scars of Xavier von Kai E. Bogatzki. Der Film galt als einer der Favoriten des Wettbewerbs, aber zwischenzeitlich waren ihm Dark Circus von Julia Ostertag und Durch seine Venen fließt Blei von Euro Hangebruch eng auf den Fersen. Der Publikumspreis ging an den Kurzfilm My Possessed Sister von Pascal Bornkessel.

Spannend war es auch an den Ständen vom Montrak Team und bei der Autorin Faye Hell (deren Lesung ich leider verpasst habe). Es geschieht einfach immer zu viel gleichzeitig.

So zum Beispiel die Panels von denen ich mir ein paar angesehen habe. Natürlich Kane Hodder, aber auch Ken Foree, Eric Roberts und Tom Berenger. In bester Erinnerung bleibt mir aber das Panel mit Denis O’Hare, der die Fragenden kurzer Hand zu sich nach vorne aufs Sofa einlud.

Spannend war es auch die Grindhouse, Blacklava & Underground Supporters kennenzulernen, Auch hierzu kommt noch was.

Im DVD Bereich konnte ich dann noch ein paar Lücken in meiner Hammer Films Sammlung schließen. Auch heute, zwei Tage nach dem Wochenende ist mein Kopf immer noch voll mit all den Eindrücken. Ich für meinen Teil bin also voll und ganz auf meine Kosten gekommen.

Etwas schade war es, dass sowohl das Abendprogramm am Freitag (das auch ich ausließ, weil sich die Anreise für drei Stunden nicht gelohnt hätte) und auch der Sonntag nicht so prall besucht waren. Das verkürzte zwar das Schlangestehen bei den Photoshoots und alles war sehr entspannt und familiär ohne viel Gedrängel. Aber ich denke für manche der anwesenden Händler war das nicht ganz so erquicklich. Ich hoffe mal, dass sie trotzdem ihren Schnitt gemacht haben und auch im nächsten Jahr wieder dabei sind. Ich freue mich drauf. Das House of Horrors hebt sich wohltuend von anderen sehr kommerziell orientierten Veranstaltungen ab auch der Dead Ends Award trägt dazu bei die Veranstaltung zu einem der besten und wichtigsten Events der Szene zu machen. CU next year.