Con Wars und die Folgen

Con Wars und die Folgen

Ich bin Filmfan und Serienjunkie, besonders die Genres Horror und Sciencefiction haben es mir angetan. Als Fan gehe ich auch gerne auf Conventions. Verteilen sich diese über das Jahr, macht mir das keine Probleme. Folgen die Cons aber im Wochentakt aufeinander, wird es eng, vor allem in meiner Brieftasche. Ich denke, damit bin ich kein Einzelfall.

Jede Convention verursacht erst mal eine Reihe von Nebenkosten – Fahrtkosten, gegebenenfalls Übernachtungen, Verpflegung, Eintritt. Damit hat man schon eine Menge Geld ausgegeben, bevor man auch nur einen einzigen Euro in ein Autogramm, ein Photoshoot, ein Mediabook oder Collectible investiert hat. Auch wenn die Zahl der Conventions zunimmt, so ist doch das Geld, welches ich für dieses Hobby auf den Kopf hauen kann, limitiert, denn leider verdreifacht sich mein Budget nicht analog zu drei Conventions.

Wie geht man als Fan damit um?

Klar, man kann jetzt sagen, gut, ich gehe jetzt nur noch auf eine Con. Es gibt mittlerweile richtig feste Fraktionen. Entweder ist man Pro Weekend of Hell oder man ist Pro House of Horrors. Die favorisierte Veranstaltung wird über den grünen Klee gelobt, denn wir sind ja die Guten. Der Konkurrenz unterstellt man betrügerische Absichten, bezeichnet sie als Verbrecher und wird nicht müde, über alle Verfehlungen wortreich zu berichten. Man hat kein Verständnis dafür, dass noch jemand diese Veranstaltungen besucht, denn schließlich haben wir es hier ja mit der dunklen Seite der Macht zu tun. Fans geraten sich in die Haare und viele verbale Raufereien führen zur Entfreundung diverser Facebook Kontakte. Leute werden aus FB Gruppen geworfen und schlaflose Administratoren derselben wachen darüber, kritische Postings, die am Glanz der eigenen Con kratzen, möglichst schnell zu löschen.

Was an all den gegenseitig erhobenen Vorwürfen wirklich dran ist, weiß ich nicht, auch habe ich keine Ahnung, was da so alles hinter den Kulissen geschieht und welche Strippen wo gezogen werden. Fakt ist aber, dass die Spaltung beide Veranstaltungen verkleinert.

Dann gibt es eine Gruppe von Fans, denen das alles zu blöd ist und die mittlerweile so angepisst sind von den Con-Wars, dass sie beschlossen haben, keine der Veranstaltungen zu besuchen.

Zuletzt gibt es dann noch die neutralen Besucher, die anhand der Inhalte und der anwesenden Stargäste entscheiden, welche Conventions sie besuchen. Wenn das Budget begrenzt ist, schaut man, wo sich Geld einsparen lässt. So besucht man jede Convention vielleicht nur noch an einem Tag, statt wie früher, das ganze Wochenende auf einer Con zu verbringen. Das Geld für alle Einkäufe muss jetzt auf mehrere Veranstaltungen verteilt werden.

Das und die sinkenden Besucherzahlen, bekommen auch die Händler zu spüren. Als Händler besucht man eine Convention ja nicht nur zum Spaß, sondern eben auch, um dort Geld zu verdienen. Auch Händler haben Fahrt- und Übernachtungskosten und müssen Standgebühren an den Veranstalter zahlen. Wenn sie mit einem Minus abschließen, werden sie im Folgejahr, mit Sicherheit ihr Zelte nicht mehr auf der Convention aufschlagen. In der Folge verkleinern sich das Angebot und auch die Attraktivität der Convention. Dem Betreiber entgehen die Standgebühren, welche ja möglicherweise auch Teil der Finanzierung anderer Con Bestandteile sind. Unterm Strich summieren sich die Nachteile für alle.

Würden doch nur ein paar Monate zwischen den Conventions liegen…

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