Annabelle 2

Annabelle 2

Filmische Universen sind schon seit einiger Zeit recht hipp. Marvel hat es mit Erfolg vorgemacht, und es ist kein Wunder, dass andere Studios ähnliches versuchen, sei es DC’s Comic Universum oder Universals Dark Universe, welches versucht die klassischen Universal Monsters in einem gemeinsamen Universum zu vereinen. Dabei schmälert Die Mumie mit Tom Cruise die Freude und Erwartungen auf etwas Tolles schon ganz gewaltig. Aber das ist eine andere Gesichte. Im Conjuring Franchise ist nach zwei Filmen und dem Annabelle Spin-off mit Annabelle 2 jetzt auch die Rede vom Conjuring Universum. Conjuring 3 befindet sich in Produktion und mit The Nun und The Crooked Man bekommen zwei Figuren aus dem zweiten Teil der Serie ihre eigenen Filme.

Annabelle 2 oder Annabelle: Creation, wie der Film im Originaltitel heißt, geht, wie der Name schon erahnen lässt, zurück zum Anfang und ist einige Jahre vor Annabelle angesiedelt.

Die siebenjährige Annabelle „Bee“ (Samara Lee), Tochter des Puppenmachers Samuel Mullins (Anthony LaPaglia) und seiner Frau Esther (Miranda Otto), stirbt bei einem tragischen Verkehrsunfall. Zwölf Jahre später nehmen die Mullins die Nonne Schwester Charlotte (Stephanie Sigman) und sechs Waisenkinder in ihr Farmhaus auf. Im Haus sind zwei Räume tabu, das Zimmer von Mrs. Mullin, die mittlerweile ans Bett gefesselt ist, und ein verschlossenes Zimmer im ersten Stock, dem ehemaligen Kinderzimmer von Annabelle. Die an Polio erkrankte Janice (Talitha Eliana Bateman) wird gleich am ersten Abend in das nun unverschlossene Zimmer gelockt und findet in einem mit Bibelseiten ausgekleideten Wandschrank die Annabelle Puppe und das Grauen nimmt seinen Lauf…

Der erste Annabelle Film war reichlich uninspiriert und sah nach schamlosen Cash-Grab aus. So hatte ich dann auch meine Erwartungen etwas heruntergeschraubt. Die Trailer gefielen mir zwar recht gut, aber ich habe es auch schon mehr als einmal erlebt, dass Filme, deren Trailer ich gefeiert habe, mich letztlich doch enttäuscht zurückließen.

Hier kann ich aber schon die erste Entwarnung geben. Annabelle 2 ist wesentlich besser als der Vorgänger. Klar, das Rad wird hier nicht neu erfunden und der Film bewegt sich innerhalb der üblichen Klischees und Genrekonventionen. Was den Film über den Durchschnitt moderner Horrorfilme heraushebt, sind die sehr gediegene Kameraarbeit von Maxime Alexandre (High Tension) gepaart mit der detailfreudigen Ausstattung des Farmhauses. Hier entsteht bester Haunted House Horror mit ganz viel Atmosphäre. Und David F. Sandberg nimmt sich in seiner Regie Zeit für seine Figuren und steigert das Tempo und den Thrill ganz langsam. Aber gerade dieses gemächliche Erzähltempo gibt uns Zeit die Figuren kennenzulernen. Denn Spannung kommt nur auf, wenn wir uns um die Charaktere sorgen und sie nicht einfach als Dämonenfutter betrachten, wie es bei schlechteren Filmen nur allzu oft der Fall ist. Dann geht es nur noch um den Effekt und möglichst spektakuläre Kills.

Im Zentrum der Handlung stehen Janice und ihre beste Freundin Linda (Lulu Wilson, Ouija: Ursprung des Bösen) Die Chemie zwischen den Beiden stimmt und sie sind als Figuren glaubhaft. Die Jungdarstellerinnen liefern hier eine bemerkenswerte Arbeit ab.

In manchen Besprechungen des Films ist zu lesen, dass etwas zu inflationär von Jump-Scares Gebrauch gemacht wurde. Es stimmt, Jump-Scares als dramaturgisches Mittel kamen tatsächlich häufiger zum Einsatz, aber es waren inhaltlich doch recht kreative Umsetzungen. (Mehr als einmal war hier und da im Kino ein kleiner Entsetzens / Erschreckens-Schrei zu hören. Und ein paarmal ließen die Jump-Scares mir auch einen kleinen Schauer über den Rücken laufen und besorgten mir etwas Gänsehaut.) Deshalb habe ich gar nichts gegen den Einsatz von Jump-Scares, vorausgesetzt es handelt sich um keine Fake-Scares, wie das Erschrecken vor dem eigenen Schatten.

 

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